Mathesams - Mathematik am Samstag

-Nachdenken im Team-

Ein Mathematikwettbewerb für Grundschulen und Orientierungsstufen


Im Jahr 2005 kamen wir, das sind Kolleginnen und Kollegen der Claus-Rixen-Schule in Altenholz/Kiel und der Grundschule Surendorf, auf den Gedanken einen mathematischen Wettbewerb für Grundschüler und Kinder in der Orientierungsstufe zu entwickeln. Nach einem erfolgreichen Probelauf im Februar 2006 möchten wir weitermachen und viele Schulen für unsere Idee gewinnen.
Unser Gedanke war es, den Wettbewerb auf einen Samstagvormittag zu legen. Als Helfer (Teamer) fanden wir schnell weitere begeisterte Kollegen, Eltern und ehemalige Schüler.
Über einen Anmeldeformular, das wir rechtzeitig in den Klassen verteilt hatten, wussten wir, dass ca. 90 Kinder in Zweier- oder Dreierteams teilnehmen wollten. Aus anderen Schulen, die diesen Wettbewerb durchgeführt haben, wissen wir, dass sich auch wunderbar ein Schulvormittag  für die ganze Schule eignet.

Im Februar 2007 wurde das zweite Mathesams mit vielen neuen Aufgabenstellungen angeboten. Diesmal nahmen 130 Kinder an dem Wettbewerb teil. Das Krativteam hat sich um fünf weitere Kolleginnen aus der Claus-Rixen-Schule erweitert. Das hat die Planung und Durchführung erheblich vereinfacht.

Auf  der Internetseite www.mathesams.lernnetz.de erhalten sie alle wichtigen Informationen zur Durchführung des Wettbewerbs. Außerdem sammeln wir dort interessante Links für den mathematischen Schulalltag.

Interessenten für die Aufgabenstellungen müssen sich anmelden und „freischalten“ lassen.

Für 10 € + Versandkosten kann ein ca. 15 minütiges Video der Veranstaltung bestellt werden, dass den
Ablauf gut verdeutlicht    Bestellung

Die Aufgabenstellungen des "Mathesams" erfüllen folgende Kriterien:  

  1. Die Aufgabenstellung soll selbsterklärend sein.
  2. Die Aufgabenstellung soll zur Eigenaktivität (prozessorientierter Kompetenzerwerb) anregen.
  3. Die Aufgabenstellung soll dreifach differenziert werden (leicht, mittel, schwer).
  4. Zumindestens die leichten Aufgabenstellungen müssen von einem Kind in der 3. Klasse gelöst werden können.
  5. Handlungsorientierte Aufgabenstellungen stehen im Mittelpunkt dieses Wettbewerbs.

Um den Wettbewerb durchführen zu können, müssen teilweise handlungsorientierte Materialien hergestellt oder gekauft werden, die dann im Unterrichtsalltag weiter benutzt werden können.

 

Pressetexte der Kieler Nachrichten zu den beiden Wettbewerben
von Kai Pörksen

Altenholz – Dass Schule auch Spaß machen kann, schienen gut 90 Grundschüler der Claus-Rixen-Schule in Altenholz am Wochenende geahnt zu haben. Freiwillig kamen sie in die Klassen, um unter dem Motto "Am Samstag kommt das Mathesams" zu knobeln, zu bauen oder Mathematikaufgaben zu lösen. Um zehn Uhr ging es los, ihre Lehrer Stefan Ziervogel und Kai Frantzen hatten mit Schülern der weiterführenden Schule und Eltern zehn Klassenräume mit verschiedenen Aufgaben präpariert, die es zu lösen galt.

"Es gibt immer mehrere Wege zu einer Lösung", erklärte Ziervogel. Die Schüler taten sich in Dreiergruppen zusammen und konnten gemeinsam wählen, wie sie vorgehen wollten. Die Aufgaben waren unterschiedlichster Art. Es galt beispielsweise zu schätzen, wie viele Golfbälle in einem Karton waren. Hier war genauso räumliches Denken gefragt wie Volumenberechnung. "Nicht einfach, denn die Bälle sind rund", fand der siebenjährige Paul. Mit seiner Schätzung lag er dann doch ganz gut, es waren fast 200 Stück.

Cora, Patrizia und Celine versuchten derweil, eine Sachaufgabe zu lösen: Bei einer Feier sind 982 Luftballons gefüllt worden, 898 später zerplatzt. Den Rest dürfen die Schüler mitnehmen, jeder bekommt zwölf Luftballons. Wie viele Schüler sind es? Hier wird lange überlegt, die Finger zu Hilfe genommen. Ein Tipp von Schulleiterin Uta Fischer bringt die drei Mädchen der Lösung näher: "Genau lesen", meinte sie, und richtig, die drei Mädchen hatten übersehen, dass die Großzahl der Luftballons zerplatzt war.

So war es plötzlich einfach: 982 – 898 = 84 : 12 = 7 Schüler. "Es ist ein Phänomen, dass nicht genau gelesen wird", meinte die Schulleiterin, dass sei auch ein grundsätzliches Problem in anderen Bereichen. Eine solche Veranstaltung sei für die Schüler aber eine ideale Möglichkeit, neuen Wegen spielerisch zu begegnen. Der Erfolg jedenfalls gab den Pädagogen recht: Die Kinder waren begeistert dabei und kamen oft zu sinnvollen Lösungen. In der anschließenden Manöverkritik in der Pyramide waren sie gegenüber ihren Lehrern des Lobes voll. So wurde deutlich, dass sie sogar noch gerne länger geknobelt hätten, und für den Sommer gab es Anregungen: Man könne zum Beispiel in der Natur die Höhe von Bäumen messen. Auch könnten die Aufgabenstellungen um andere Fächer erweitert werden, so eine Meinung. Die Aktion wird also zum festen Bestandteil des Schulangebots werden.

Gemeinsam sind sie stark

„Mathesams“ besuchte am Sonnabend die Claus-Rixen-Schule

 

Altenholz – Gute Ideen setzen sich durch. Bereits im vergangenen Jahr startete Stefan Ziervogel, Lehrer an der Claus-Rixen-Schule, einen Mathe-Wettbewerb unter den Grundschülern.

Auch dieses Jahr griff er die Idee wieder auf, und insgesamt acht Kollegen organisierten die Matheolympiade mit.

Am Sonnabendmorgen herrschte jedenfalls hektisches Kopfrechnen in den Klassenräumen. Strecken waren mit Hilfe eines Fahrradreifens zu messen, Textaufgaben zu lösen oder aus Lego komplizierte Fahrzeuge anhand schwieriger Gebrauchsanweisungen zu bauen. Kein Problem für den achtjährigen Dave Leon Schütz, der sich zusammen mit dem gleichaltrigen Tjark Damerius an den Bau eines Polizeiautos machte. Jeweils drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade standen den Schülern zur Verfügung.

„Wir möchten die Kinder zum handelnden Nachdenken verleiten“, wünschte sich Ziervogel. Die Kinder müssten lernen, die Aufgaben zunächst bis zum Ende durchzulesen und nicht nach dem ersten Satz planlos anzufangen. Manchmal entpuppe sich dann die Aufgabe als einfach zu lösen. Und: Stets sei der Teamgeist gefragt – alleine gehe nichts. So schafften es auch Ziervogels Tochter Marie und Freundin Sarah Coordes (beide neun Jahre alt), eine 4,30 Meter lange Strecke nur mit Hilfe eine Rades zu messen, dessen Durchmesser sie zuvor ausgeknobelt hatten.

Um 13 Uhr wurden in der Pyramide der Schule die Siegergruppen des „Mathesams“ verkündet – aber eigentlich hatten alle gewonnen: nämlich die spielerisch gewonnene Erkenntnis, dass es Spaß machen kann, gemeinsam Probleme anzupacken und zu lösen.